VORSCHAU

BEGEGNUNG UND DIALOG

Malerei von Frauke Gloyer  Keramik von Kirsten Holm

26. Juni bis 30.Oktober 2022

Zwei nordische Künstlerinnen begegnen sich im Dr.-Carl-Häberlin-Friesen-Museum: Mit dieser Ausstellung laden wir sie ein, die künstlerischen Gemeinsamkeiten der nordfriesischen Malerin Frauke Gloyer und der dänischen Keramikerin Kirsten Holm zu entdecken.

Frauke Gloyer aus Galmsbüll in Nordfriesland und Kirsten Holm aus Hinnerup in Mitteljütland trafen sich vor einigen Jahren zum ersten Mal und spürten gleich eine tiefe Verbundenheit. Sie kamen miteinander ins Gespräch, tauschten ihre Gedanken über das Leben, die Natur und die Kunst aus, erörterten und diskutierten. Aus diesem Dialog entwickelte sich 2019 die erste gemeinsame Ausstellung im Atelier von Per Kirkeby beim Kunstfestival auf Læsø auf dem Kirsten Holm den Kulturpreis der Gemeinde Læsø erhielt.

Die beiden Künstlerinnen verbinden eine sensible Interpretation der Natur. In der gemeinsamen Ausstellung treten Bilder und Keramiken miteinander in Dialog und kommunizieren ohne Worte über Grenzen hinweg.

Frauke Gloyer, geb. 1961 in Flensburg, studierte Freie Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Seit 1986 arbeitet sie freischaffend. Ihr anfängliches Atelier in Niebüll/Nordfriesland verlegte sie 2008 in ihr Haus auf dem Deich in Galmsbüll.
Bereits in ihrer Kindheit wurde Frauke Gloyer von Bildern der schleswig-holsteinischen Freilichtmaler um 1900 geprägt und malt genau wie diese gerne in der Natur direkt vor ihrem Bildmotiv. Hier sitzt sie bei jedem Wetter und fängt mit Ölfarben auf Leinwand oder Hartfaserplatten das unvergleichliche Licht und die Stimmungen der nordfriesischen Landschaft ein. Auch aus der Nähe betrachtete Motive sind Bildgegenstände: ihre Tiere, Details der alten Baukultur oder Objekte des täglichen Lebens.

Seit 1994 gehört Frauke Gloyer zur Gruppe der Norddeutschen Realisten, mit denen sie nach der Retrospektive der Gruppe im Landesmuseum Schloss Gottorf 2013 den Kunstpreis der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft erhielt. Werke von ihr sind in zahlreichen Museen vorhanden.

Kirsten Holm, geb. 1946, ist ebenso wie Frauke Gloyer fasziniert von der Natur. In ihren keramischen Arbeiten geht sie auf Spurensuche nach den vergänglichen Spuren der Natur. Häufig dient der Keramikerin ein Fund aus dem Meer wie beispielsweise eine erodierte Austernschale, ein versteinerter Seeigel oder ein auffälliger Stein als Ausgangspunkt für ihre bis ins Einzelne ausgeklügelte Bearbeitung des Tones. Auf der Drehscheibe entsteht eine Art Krug, der in seiner Oberfläche vielfach behandelt wird. Lineaturen werden von Kirsten Holm als Fortführung von Spuren in ihrem Fundstück genutzt. Um der Farbpalette der Natur so nahe wie möglich zu kommen, mischt sie alle Farbtöne selbst und brennt ihre Werke anschließend in Muffeln, also Behältern, die sie mit sorgfältig ausgewähltem Brennmaterial befüllt. „Mit dieser Brennmethode möchte ich meinen Werken einen zusätzlichen organischen Ausdruck verleihen,“ so die Künstlerin. Zum Schluss wird das Fundstück als ‚Deckel‘ in die keramische Form aufgenommen. Natur und Kunst verbinden sich zu einem Ganzen.

Kirsten Holm hat an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland teilgenommen und ist u.a. vom Statens Kunstfond gefördert worden. Ihre Werke sind u.a. in Dänemarks Keramikmuseum Grimmerhus und im Keramikmuseum Berlin vertreten. 2012 bekam Königin Margrethe zwei ihrer Keramikarbeiten zusammen mit einem Katalog als Geschenk
überreicht, als sie das dänische Keramikmuseum besuchte.