Winterkino im Friesenmuseum

… ist das neue Kulturangebot des Dr.-Carl-Häberlin-Friesen-Museums. An zwei bis drei Donnerstagen im Monat zeigen wir anspruchsvolle, unterhaltsame und engagierte Kinofilme mit moderner Kino-Videotechnik. Die besten Filme der Welt – dieser Titel steht für unser Programm. Wir wählen zwischen den besten Filmen der großen Filmfestivals (Berlin, Venedig, Cannes, Toronto, Sundance etc.), Filmen der deutschen Arthousekino-Charts und aktuellen Filmen deutschsprachiger Nachwuchsregisseure aus, um jeden einzelnen Filmabend für Sie zu einem einmaligen Erlebnis werden zu lassen. Wenn Sie Filme für unser Programm vorschlagen möchten können Sie das hier tun. (friesen-museum.de/filmvorschlag/)

Das aktuelle Programm, Film-Trailer sowie Hintergrundinformationen zu den gezeigten Filmen finden Sie auch auf der Facebook-Seite des Friesen-Museums facebook.com/friesenmuseum.

Einlass ist um 19h, der Beginn der Vorstellungen um 19h30. Die Kinokarten mit freier Platzwahl sind am Abend der jeweiligen Vorstellung direkt an der Kasse des Friesen-Museums für 6 € erhältlich. Der Museumsverein sorgt für Getränke und Snacks. Vereinsmitglieder erhalten ermäßigten Eintritt von 5 €.

Um sicherzugehen einen Platz zu bekommen können Sie täglich, außer Montags, in der Zeit zwischen 14h und 17h reservieren (04681 2571).

Das neue Winterprogramm 2019

Wir starten mit  „Nanouk“, ein Film über die bewusste Erfahrung von Vergänglichkeit. Es sind nicht nur Nanook und Sedna, die zu verwittern beginnen, es ist ihre ganze Art zu leben, die alsbald verschwinden wird. Und dies noch dazu in einer Umwelt, die mehr als nur eindeutige Anzeichen zeigt, dass der Klimawandel in vollem Gange ist. Nichts ist ewig, sagt der Film in den poetischsten Bildern und mit wenigen, aber weisen Worten: der Mensch nicht, die Kultur nicht, ja nicht einmal das ewige Eis. 

Als zweiten Film zeigen wir: „RBG Ein Leben für Gerechtigkeit“. Der Dokumentarfilm widmet sich Ruth Bader Ginsburg, die als Anwältin lange Jahre für Frauenrechte eintrat und schließlich zur Richterin am Obersten Gerichtshof der USA berufen wurde.

Als dritter Film folgt: „ gegen den Strom“, Ökothriller, Abenteuerfilm, Märchen und Komödie – Benedikt Erlingssons Film über eine Umweltaktivistin auf dem Kriegspfad ist all das und noch mehr.

Der vierte Film: “ Yuli“, erzählt die Geschichte von dem kubanischen Balletttänzer Carlos Acosta, der trotz vieler Widerstände 17 Jahre lang festes Besetzungsmitglied des Royal Ballett am Royal Opera House in London war und als erster dunkelhäutiger Darsteller einige berühmte Hauptrollen in bekannten Ballettstücken tanzte.

Der fünfte Film: „Projekt Antarktis“, eine Produktion dreier Jugendlicher mit dem Ziel, in die Antarktis zu reisen, das Abenteuer mit der Kamera fest zu halten und daraus einen Kinofilm zu machen. Für dieses Ziel sind sie bereit alles auf eine Karte zu setzen. Ohne Produktionsfirma und konkreten Abnehmer, dafür aber mit ganz viel Unvernunft und zwei Jahren unbezahlbarer Erfahrung. 

Der sechste und letzte Film unserer Reihe „ Winterkino“ wird „ Mackie Messer“ sein.  Der „ Dreigroschenfilm“ inszeniert sowohl die Geschichte der spektakulär scheiternden Produktion als auch die Rekonstruktion des nie gedrehten Films. Eine großartige Besetzung mit den Schauspielern Hannah Herzsprung und Lars Eidinger als Bertolt Brecht. 

 

 

10.01.2019 (19h30) „Nanouk“
Drama: 2018, 96 Min., FSK ab 6 freigegeben,
Regie: Milko Lazarov

Milko Lazarov erzählt in langen ruhigen Bildern von der Verletzlichkeit und Bedeutungslosigkeit des Menschen inmitten einer feindlichen Natur. Klein und einsam sind die Menschen, die hier jeden Tag buchstäblich ums Überleben kämpfen. Nanouk und sein Schlitten verlieren sich beinahe in der unendlichen Weite der arktischen Eistundra, wo der Wind aus Schnee und Eis merkwürdige Gebilde formt. Auch die Jurte ist nur ein winziger Punkt auf weißem Grund. Sedna und Nanouk leben hier nach der alten Tradition. Ihr kleines Batterieradio ist ein Luxusartikel. Wahrscheinlich sind sie die einzigen Menschen im weiten Umkreis die noch Fallen aufstellen, die Löcher zum Angeln ins Eis graben und bei Misserfolg von Trockenfisch leben müssen. Und auch die einzigen, die ihre Rituale bewahrt haben und die Geschichten ihrer Vorfahren.

 

24.1.2019 (19h30) „ RBG ein Leben für Gerechtigkeit“
Dokumentarfilm, USA: 2018, 1Std,38 Min
Regie: Julie Cohen, Betsy West 

RBG steht für Ruth Bader Ginsburg, die zum Zeitpunkt des Doku-Drehs 84 Jahre alt war und mit ihrem juristischen Vermächtnis in den USA zu einer Popkultur-Ikone wurde. 1933 in Brooklyn geboren tat Ruth sich als intelligentes Kind hervor, wurde schließlich eine Anwältin, die sich stark für Frauenrechte und Minderheiten-Repräsentation einsetzte. Sie schaffte es in ihrer Karriere bis zu einer Position als Richterin am Supreme Court, dem obersten Gerichtshof der USA. Die Dokumentation greift zum Erzählen der Geschichte der außergewöhnlichen Frau auf Archivmaterial und aktuelle Aufnahmen zurück und fängt so auch private Momente zwischen Ruth und ihrem Ehemann Martin Ginsburg sowie ihrer Enkelin ein.

 

07.02.2019 (19.30) „Gegen den Strom“
Drama, Island/Frankreich: 2018, 101 Min.,
Regie: Benedikt Erlingsson 

Eine Ende 40-jährige Frau geht durch die isländische Landschaft, eigentlich sieht alles gewohnt schroff, atemberaubend und faszinierend aus. Sie könnte Wanderin sein, oder eine derjenigen Frauen, die den Weg zurück zur Natur suchen. Dann hält sie an einem Strommast und legt los: Mit einer Säge und Pfeil und Bogen sabotiert sie routiniert und konzentriert diesen Mast und damit die Stromversorgung. Halla ist eine geheime Öko- Guerilla- Aktivistin, die gegen die Energiekonzerne kämpft, die das Land ausbeuten wollen.

 

21.02.2019 (19h30) „Yuli“
Biografie, 2019,Spanien, GB, 109 Min.,
Regie: Iciar Bollain

In den Straßen von Havanna aufgewachsen, hat Carlos (Edilson Manuel Olbera) auf diesem Pflaster die Schule des Lebens besucht. Sein Vater (Santiago Alfonso), der als Sohn einer Sklavin auf den kubanischen Zuckerrohrfeldern aufwuchs, erkennt das außergewöhnliche Talent seines Sohnes, den er nach dem afrikanischen Kriegsgott nur Yuli nennt. Denn Yuli kann etwas, das nur wenige in seinem Alter schon so gut können: Er kann tanzen, als hätte er nie etwas anderes getan. Obwohl Yuli gar nicht will, schickt sein Vater ihn auf die staatliche Ballettschule und schreckt nicht vor harten Methoden zurück, als sein Sohn die Ausbildung abbrechen will. Wider Erwarten wird aus Yuli (Keyvin Martínez) viele Jahre später einer der besten Balletttänzer seiner Generation, er ist weltweit erfolgreich und wird der erste dunkelhäutige Romeo-Darsteller im Londoner Royal Opera House. Doch all die Erfolge täuschen nicht über das Heimweh nach Kuba und die Sehnsucht nach Freunden und Familie hinweg. 

 

07.03.2019 (19h30) „ Projekt Antarktis“
Dokumentarfilm: Deutschland 2018, 1Std.37 Min.,
RegisseureTim David Müller-ZitzkeMichael GinzburgDennis Vogt

Sie kennen sich vom Studium in Bremerhaven, sind zwischen 24 und 29 Jahre alt und haben Lust am Abenteuer. Ihr Ziel: In eine klimatisch besonders extreme Region der Erde zu reisen, die Antarktis. Das Trio bucht eine Reise auf dem extra für eisige Gewässer ausgerüstetem Schiff MS Ortelius. Da alle drei als Fotografen oder beim Film arbeiten ist ihr Gedanke die Reise aus allen Perspektiven zu dokumentieren und dann einen Film aus den gemeinsamen Erlebnissen zu schneiden. Das Ergebnis, dass nun als „Projekt: Antarktis“ vorliegt, ist keine gewöhnliche Dokumentation.

 

21.03.2019 (19h30) „ Mackie Messer“- Brechts Dreigroschenfilm
Drama, Deutschland: 2018, 130 Min., FSK ab 6 freigegeben,
Regie: Joachim A. Lang

Hauptrollen: Hannah Herzsprung, Lars Eidinger, Joachim Krol, Tobias Moretti ,Claudia Michelsen,

Seinen eigenen „Dreigroschenfilm“ konnte Brecht nie umsetzen. Joachim Langs Kinofilm „Mackie Messer“ erklärt warum und inszeniert die Geschichte der spektakulär scheiternden Produktion genauso wie die Rekonstruktion des nie gedrehten Films.Immer wieder kommentiert Brecht (Lars Eidinger) im Gespräch sein eigenes Werk. Mit der Wendung seines Kopfs schwenkt die Kamera dann in die Szene in der Hannah Herzsprung, Britta Hammelstein oder Christian Redl die Songs vortragen, im rauschendem Kostüm, begleitet von einem vielköpfigen Tanzensemble, unterstützt vom Stargast Max Raabe. Die Konzeption findet, ganz Brecht, also mitten in der Inszenierung statt.

 

Das waren unsere Programme 01 und 02 2017 / 2018