Winterkino im Friesenmuseum

… ist das neue Kulturangebot des Dr.-Carl-Häberlin-Friesen-Museums. An zwei bis drei Donnerstagen im Monat zeigen wir anspruchsvolle, unterhaltsame und engagierte Kinofilme mit moderner Kino-Videotechnik. Die besten Filme der Welt – dieser Titel steht für unser Programm. Wir wählen zwischen den besten Filmen der großen Filmfestivals (Berlin, Venedig, Cannes, Toronto, Sundance etc.), Filmen der deutschen Arthousekino-Charts und aktuellen Filmen deutschsprachiger Nachwuchsregisseure aus, um jeden einzelnen Filmabend für Sie zu einem einmaligen Erlebnis werden zu lassen. Wenn Sie Filme für unser Programm vorschlagen möchten können Sie das hier tun. (friesen-museum.de/filmvorschlag/)

Das aktuelle Programm, Film-Trailer sowie Hintergrundinformationen zu den gezeigten Filmen finden Sie auch auf der Facebook-Seite des Friesen-Museums facebook.com/friesenmuseum.

Einlass ist um 19h, der Beginn der Vorstellungen um 19h30. Die Kinokarten mit freier Platzwahl sind am Abend der jeweiligen Vorstellung direkt an der Kasse des Friesen-Museums für 6 € erhältlich. Der Museumsverein sorgt für Getränke und Snacks. Vereinsmitglieder erhalten ermäßigten Eintritt von 5 €.

Um sicherzugehen einen Platz zu bekommen können Sie täglich, außer Montags, in der Zeit zwischen 14h und 17h reservieren (04681 2571).

Das neue Herbstprogramm 2018

Wir starten mit dem im letzten Jahr für die Goldene Palme in Cannes nominierten Film „Die Sanfte“ des ukrainischen Regisseurs Sergei Loznitsa. Basierend auf der Grundidee von Dostojewskis gleichnamiger Novelle zeigt der Film ein Russland, in dem die Zivilgesellschaft hundert Jahre nach der Revolution zu ausgebrannt und desillusioniert ist, um noch zu Gefühlen oder Empathie fähig zu sein. Als zweiter Film folgt „ Dogman“. Eine düstere Parabel auf das Leben im heutigen Süditalien. Zugleich fesselnd und berührend mit einem in Cannes als bester Schauspieler ausgezeichneten Marcello Fonte. Mit dem Film „ Cold War“, den wir als dritten Film zeigen, ist dem Regisseur Pawel Pawlikowski ein unendlich sinnlicher Film gelungen: Mit kristallklaren Schwarzweißbildern und betörenden musikalischen Einlagen, durch die einem polnische Volkslieder wie die schönste und melancholischste Musik der Welt erscheinen. Das Drama „ Glücklich wie Lazzaro“ der Regisseurin Alice Rohrwacher beschließt unseren Programmzyklus für November und Dezember 2018. Ein Mahnmal des Guten inmitten einer von Kapitalismus und Gier korrumpierten Gesellschaft. Ein mitreißender und begeisternder Filmfluss, dem man gerne folgt. Hohe Filmkunst, die glücklich macht.

 

13.12.2018 (19h30) „ Cold War- Breitengrad der Liebe“
Drama, Polen: 2018, 148 Min., IMDb 8,0
Regie: Matteo Garrone

Während des polnischen Wiederaufbaus ist der begabte Komponist Wiktor auf der Suche nach traditionellen Melodien für ein neues Tanz- und Musik-Ensemble. Dem Kulturleben seines Landes möchte er so frisches Leben einhauchen. Unter seinen Studentinnen ist auch die Sängerin Zula, von der er ab dem ersten Augenblick elektrisiert ist. Schön, hinreißend und energiegeladen ist Zula schon bald der Mittelpunkt des Ensembles und die beiden verlieben sich ineinander. Ihre brennende Leidenschaft scheint keine Grenzen zu kennen. Doch als das Repertoire des Ensembles zunehmend politisiert wird, nutzt Wiktor einen Auftritt in Ostberlin, um in den Westen zu fliehen.

27.12.2018 (19h30) „Glücklich wie Lazzaro“
Drama, Deutschland: 2018, 125 Min., FSK ab 6 freigegeben, IMDb 7.6
Regie: Alice Rohrwacher
Der faszinierend kunstvolle Spielfilm von Alice Rohrwacher erzählt von Lazzaro, der genügsam und zufrieden mit sich und der Welt inmitten einer kleinen Gemeinde in einem abgelegenen Tal in Italien lebt. Jeder erteilt ihm Befehle, keiner nimmt ihn wahr. Und doch ist Lazzaro, der junge Mann, der selten spricht und immer gehorcht, ein glücklicher Mensch. Der Film begeistert durch seine faszinierende Mischung von dokumentarisch anmutenden authentischen Aufnahmen und dem Stilmittel des magischen Realismus. Adriano Tardiolos feine Gesichtszüge lassen Lazzaro wie einen Engel wirken. Ein Mahnmal des Guten inmitten einer von Kapitalismus und Gier korrumpierten Gesellschaft – eine kritische Haltung, die Rohrwacher immer streift, nie aber ins Zentrum ihrer Erzählung stellt. Ein mitreißender und begeisternder Filmfluss, dem man gerne folgt. Hohe Filmkunst, die glücklich macht.

Das waren unsere Programme 01 und 02 2017 / 2018